Glocal Shift

Die Zukunft der Lieferketten

Die multiplen Krisen des frühen 21. Jahrhunderts haben das Vertrauen in die just-in-time Logik weltweiter Lieferketten geschwächt und das Ende der Hyperglobalisierung eingeleitet. Produktionsnetzwerke richten sich künftig nach neuen Zielparametern aus und überkommen das Effizienz-Paradigma vergangener Tage. Die Versorgungssysteme der Zukunft werden glokal verhandelt und gestaltet.

von Jonas Höhn

Lieferketten sind die Lebensadern globalisierter Gesellschaften. Sie verknüpfen transnationale Industrien und überziehen den Planeten zu Luft, Wasser und Land. Verkörpert durch riesige Containerschiffe oder niemals ruhende Häfen sind Lieferketten zu einem zentralen Symbol der Globalisierung aufgestiegen. Bilder von beladenen Kränen an vollbesetzten Terminals begleiten Berichte über wirtschaftliches Wachstum oder ökonomische Prognosen.

Globale Transportrouten der Welthandelsflotte nach Transportgütern (2012)
Illustration globaler Transportrouten der Welthandelsflotte (www.shipmap.org / www.kiln.digital).

Immer häufiger jedoch zeigen die Auswirkungen verschiedener Krisen des 21. Jahrhunderts eine andere Seite dieser Systeme auf. Nicht zuletzt die Coronapandemie, die unfreiwillige Blockade des Suezkanals oder der Krieg in der Ukraine produzierten Bilder von leeren Supermarktregalen, stillstehenden Produktionshallen oder zahllosen Schiffen wartend vor den wichtigsten Häfen der Welt. 

Diese Disruptionen haben das öffentliche Vertrauen in die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit traditioneller Wertschöpfungsketten stark beeinträchtigt und uns für die Störanfälligkeit dieser multiskalaren und hochkomplexen Systeme sensibilisiert. Der plötzliche Mangel an wichtigen Rohstoffen und Waren hat Abhängigkeiten aufgezeigt und sichtbar gemacht, dass Lieferketten eine essenzielle Funktion haben, die über die reine Wertschöpfungslogik hinausgeht: die Versorgung der Gesellschaft und Industrie mit notwendigen Gütern. 

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Globale FinanzkriseAusbruch des Eyjafjallajökull in IslandStreiks der Hafenarbeiter:innen in den USACoronapandemieSuezkanal-BlockadeUkraine-Krieg
Der Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes führt zu einer weltweiten Rezession. Viele Unternehmen müssen ihre Produktion reduzieren, gleichzeitig sorgt die fallende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu Überkapazitäten und finanziellen Engpässen.Der Ausbruch des isländischen Vulkans führt zur Schließung des europäischen Luftraums. Der behinderte Luftverkehr beeinträchtigt den internationalen Warentransport, insbesondere für hochwertige und verderbliche Güter.Ein langwieriger Arbeitskampf an den Häfen der Westküste der USA führt zu massiven Verzögerungen und Staus. Die Blockade der Häfen beeinträchtigt den Warenfluss weltweit.Die globalen Auswirkungen der Coronapandemie treffen Lieferketten hart. Ein durch Lockdowns und Kontaktbeschränkungen verändertes Konsumverhalten trifft auf Produktionsstörungen, Transportverzögerungen und ein Mangel an Rohstoffen, Gütern und Arbeitskräften.Das Containerschiff „Ever Given“ läuft im Suezkanal auf Grund und blockiert die wichtige Wasserstraße fast eine Woche lang. Durch den Stau von hunderten Schiffen verzögern sich Warenlieferungen zwischen Europa und Asien enorm.Die Invasion Russlands in die Ukraine sorgt für ausbleibende Rohstofflieferungen aus der Region. Wichtige Handelsrouten werden unterbrochen oder zerstört. Neben Sanktionen und Handelsbeschränkungen wirken sich vor allem steigende Energiepreise negativ auf Lieferketten aus.
Auswahl global wirkender Lieferkettenkrisen des 21. Jahrhunderts.

Die Vulnerabilität ungebremster Beschleunigung

Lieferengpässe in der Containerlogistik, die als treibende Kraft der Weltwirtschaft fungiert, sowie steigende Preise deuten immer häufiger darauf hin, dass die Just-in-time-Logik globaler Versorgungssysteme an ihre Grenzen stößt. Das traditionelle System globaler Lieferketten ist programmiert auf Effizienz und Beschleunigung. Viele Jahrzehnte lang bestand eine zentrale Strategie transnationaler Unternehmen zur kurzfristigen Gewinnmaximierung im Offshoring und Outsourcing: in der Auslagerung kostenintensiver Produktionsschritte in Länder mit niedrigeren Lohnniveaus sowie Sozial- und Umweltstandards.

Der Imperativ der Effizienz und die globale Vernetzung der Lieferketten erzeugen jedoch eine besondere Vulnerabilität der Systeme. Aufgrund der engen Verflechtung traditioneller Wertschöpfungsketten können bereits lokale Disruptionen weltweite Lieferengpässe auslösen und andere Versorgungskrisen zusätzlich verschärfen. Der daraus resultierende Druck auf die logistischen Versorgungssysteme der Weltwirtschaft drückt sich wiederum in lokalen Herausforderungen aus – etwa in steigenden Lebensmittelpreisen im Supermarkt oder fehlenden Gütern in wichtigen Produktionsschritten vor Ort.

Gleichzeitig führen globale Güterketten zu massiven Umweltveränderungen. Der Verbrauch von Wasser und Land ist ebenso problematisch wie die massiven Emissionen von Treibhausgasen oder der Ausstoß von toxischen Stoffen (zum Beispiel Schwermetalle oder Nitrate). Der tatsächliche Einfluss logistischer Systeme auf den Klimawandel wird häufig vernachlässigt und lässt sich bis heute nur abschätzen. Auf paradoxe Weise verdeutlichen aber sogenannte empty runs von Frachtern oder der ständige Transport von tausenden leeren Containern, dass der Schutz unserer Umwelt im Verständnis logistischer Effizienz noch keinen angemessenen Platz hat. Der Höhepunkt der Hyperglobalisierung ist erreicht.

Doch wie lassen sich Lieferketten und Produktionsnetzwerke in Anbetracht zukünftiger Herausforderungen neu ausrichten? Welche Maßnahmen können dabei helfen, eine langfristig krisenresiliente und nachhaltige Versorgungssicherheit zu gewährleisten?

Global-lokales Zusammenspiel

Um den immensen Herausforderungen begegnen und neue Chancen ergreifen zu können, gilt es, Versorgungssysteme zu rekonfigurieren und nach neuen Zielparametern auszurichten. Aus den blinden Flecken der bisherigen Hyperglobalisierung treten neue Grundsätze der Versorgungssicherheit hervor, die im Resilient Supply schon heute eine große Relevanz haben – und künftig noch sehr viel wichtiger werden. Maßstäbe wie Resilienz, Qualität, Sicherheit oder Nachhaltigkeit verdeutlichen ein wachsendes Bewusstsein für das Zusammenspiel globaler und lokaler Dynamiken, das der Transformation der Glocalisation zugrunde liegt. 

Der Begriff der Glokalisierung betont hier einen fundamentalen Perspektivwechsel. Während der globale Determinismus zu bröckeln beginnt, erfahren lokale Phänomene immer häufiger einen Bedeutungszuwachs. In dieser Phase ist es notwendig zu differenzieren, da Glokalisierung keineswegs eine vollständige Umkehr bisheriger Globalisierungsprozesse (De-Globalisierung) oder gar eine Rückkehr zu ausschließlich lokalen Strukturen bedeutet. Vielmehr beschreibt sie einen tiefgreifenden Evolutionssprung in der bisherigen Globalisierung.

Ein zunehmendes Bewusstsein für glokale Zusammenhänge in Lieferkettensystemen bedeutet nicht zwangsläufig, dass Menschen künftig ausschließlich lokal produzieren und konsumieren. Zum einen, weil Rohstoffe und Güter nach wie vor ungleich verteilt bleiben. Zum anderen sind heute in jenen Ländern, in denen über Jahrzehnte Industrien ausgelagert wurden, bedeutende Absatzmärkte entstanden, insbesondere in Asien.

Vielmehr entstehen an den Schnittstellen globaler und lokaler Einflüsse in Versorgungsnetzwerken Möglichkeitsräume für neue Lösungsansätze, die bessere Antworten auf die Herausforderungen multipler Krisen versprechen. Diese Möglichkeitsräume zu finden, gehört zu den wichtigsten Aufgaben, um Lieferketten zukunftssicher gestalten zu können.

Herausforderungen und Chancen einer glokalen Logistik

Die zunehmende Verschiebung von globalen zu glokalen Prozessen erfordert zunächst die Identifizierung der sich eröffnenden Potenziale. Unternehmen müssen bestehende Risiken abschätzen und ihre gegenwärtigen Bezugsquellen sowie Lieferantenstrukturen kontinuierlich reflektieren und diversifizieren. 

In Bereichen, in denen globale Verflechtungen besonders anfällig sind, können lokale Handelsbeziehungen künftig zu einem wichtigen Bestandteil des Versorgungsnetzwerkes werden. Solche regionalen Wirtschaftskreisläufe bieten oft neue Anreize und können in Zeiten globaler Engpässe mindestens als Backup-System dienen. Darüber hinaus eröffnet eine glokale Perspektive auf Rohstoffe vielfältige Optionen, wenn lokale Alternativrohstoffe den globalen Handel sinnvoll ergänzen und dadurch Abhängigkeiten reduzieren. Auch größere Materialreserven werden eine bedeutende Sicherheitsfunktion in den Produktionsnetzwerken von morgen einnehmen. 

Neben einem erweiterten Verständnis von Sicherheit streben glokale Ansätze eine nachhaltige Entwicklung an, die sich stärker an den Prinzipien der Circular Economy ausrichtet. Um Emissionen und Abfälle zu reduzieren, müssen die Lebenszyklen von Produkten verlängert, Ressourcen effizient eingesetzt, wiederverwendet und Transportwege kürzer werden. Investitionen in digitale Lösungen zur Automatisierung und Robotisierung von Produktionsprozessen treiben diesen Wandel schon heute voran. Gleichzeitig bedeutet Nachhaltigkeit in diesem Kontext auch, dass Menschenrechte und internationales Recht in Produktions- und Lieferketten zukünftig besser geschützt werden müssen. Deutschland und die EU haben diesen Prozess bereits mit entsprechenden Lieferkettengesetzen in Gang gesetzt. 

Take-aways

Gegenwärtige Vielfachkrisen weisen bereits darauf hin, dass die Transformation zur Glokalisierung als Weiterentwicklung traditioneller Globalisierungsprozesse schon heute von enormer Bedeutung ist. Im Angesicht zukünftiger Herausforderungen gilt es, die Produktion und den Transport von Waren nach neuen Maßstäben wie Resilienz, Nachhaltigkeit und Qualität auszurichten. 

Für ein glokales Versorgungssystem der Zukunft sind folgende Ansätze ausschlaggebend:

  • Die kontinuierliche Reflexion eigener Abhängigkeiten fördert das Bewusstsein für wechselseitige Verbindungen globaler und lokaler Prozesse.
  • Die Diversifizierung von Zulieferern und Rohstoffen sorgt für eine bessere Versorgungssicherheit und ermöglicht neue Chancen, insbesondere durch die Integration lokaler Alternativen.
  • Materialreserven und Warenlager werden zu wesentlichen Komponenten strategischer Risikobewertung.
  • Die Umwandlung linearer, konventioneller Wertschöpfungsketten in glokale, zirkuläre Lieferkettensysteme sorgt für mehr Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

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Von der Great Resignation zur Great Motivation

Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: In der Conscious Economy werden Wert und Bedeutung von Arbeit grundsätzlich neu definiert. Veraltete Leitbilder der Arbeitsgesellschaft lösen sich auf und werden durch neue Ideale ersetzt. Sie ebnen den Weg in die Great Motivation.

von Judith Block

Proteste für bessere Arbeitsbedingungen begleiteten bereits die Geschichte der Industrialisierung und durchziehen die Entstehung moderner Arbeitsverhältnisse. Während Gewerkschaften und Arbeiter:innen im 19. und 20. Jahrhundert zumeist im lautstarken Streik die Grundlagen für die gegenwärtige Arbeitswelt erkämpften, vollzieht sich heute ein vergleichsweise stiller Umbruch – der aber mindestens ebenso einschneidend ist. 

Weltweit streiten Angestellte heute nicht mehr nur mit Vorgesetzten um mehr Gehalt, bessere Entwicklungschancen oder geringere Arbeitsbelastung. Sie nutzen ein rabiateres Mittel: die Kündigung, die laut oder leise vonstatten gehen kann. Die „Great Resignation“, das Phänomen des protestierenden Nichtstuns, beginnt mit der Ablehnung des gegenwärtigen Arbeitssystems. So wie das Phänomen des „Lying Flat“, das Niederlegen der Arbeit, basiert auch das „Quiet Quitting“ auf der Verweigerung, sich dem ungebremsten Produktivitätszwang der Leistungsgesellschaft anzuschließen: Der Job dient dem Erhalt des Lebensstandards, erledigt werden aber nur noch die Aufgaben, die im Arbeitsvertrag festgehalten sind und entsprechend entlohnt werden. 

Die Verwerfungen der Great Resignation umfassen allerdings mehr als nur die Krise der heutigen Arbeitswelt. Sie weisen auf neue Ansprüche hin – und stärken zugleich eine künftige Arbeitskultur der „Great Motivation“.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Die Rolle und der Stellenwert von Arbeit werden immer wieder neu verhandelt. Lange Zeit prägte die Erzählung der Work-Life-Balance im Sinne einer strikten Trennung von Arbeit und Freizeit unser Verständnis von einem ausgewogenen Lebensstil. Die rasante Vernetzung und Technologisierung vieler Arbeitsbereiche und zuletzt die Auswirkungen der Coronapandemie ließen diese Lebensbereiche jedoch verschmelzen: Das sogenannte Work-Life-Blending erzählt von einem parallelen Umgang mit Arbeit und Freizeit im Alltag. 

Das Phänomen der Great Resignation signalisiert nun eine weitere radikale Umwälzung unseres Verständnisses von Arbeit. Es reflektiert nicht nur die Abkehr von traditionellen Arbeitsstrukturen, sondern eine tiefgreifende Veränderung in den Werten und Prioritäten der Arbeitskräfte: Arbeit wird nun als etwas gesehen, was sich gut in das restliche Leben integrieren lassen muss. Diese Vorstellung von Arbeit als nur einem von vielen Aspekten des Lebens verbreitet sich zunehmend in unserer Arbeitskultur. Im Brennpunkt dieses Umbruchs stehen zwei zentrale Merkmale von Arbeit: Arbeitsort und Arbeitszeit.
Unterstützt durch digitale Technologien verlieren viele Berufe ihre Bindung an bestimmte Orte. Ob Hybrid Work, Remote Work oder Workation – das ortsunabhängige Arbeiten verändert die gesamte Organisation des Alltags und unser Verständnis von Räumen der Arbeit. Das Homeoffice erfordert einen ruhigen und gut ausgestatteten Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden. Zugleich ermöglicht es durch den wegfallenden Arbeitsweg eine flexiblere Integration der Arbeit in den Alltag. Büros erhalten dadurch langfristig neue Funktionen und müssen sich veränderten Ansprüchen stellen. Dabei geht es um viel mehr als Tischkicker, Obstkörbe oder schicke Sofalandschaften, sondern um grundlegende Fragen der Raumgestaltung: Wie können Austausch und Resonanzerfahrungen gefördert werden, damit Menschen gern ins Büro kommen?

Gleichzeitig äußert sich die veränderte Bedeutung von Arbeit auch in der Zeit, die wir dafür aufbringen wollen. Die Vier-Tage-Woche steht stellvertretend für viele aktuelle Phänomene, die eine Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen und den steigenden Wert von Freizeit aufzeigen. Doch nicht nur die Frage, wann wir arbeiten, beeinflusst die Arbeitskultur von morgen, sondern auch die Frage, wie wir unsere Zeit am Arbeitsplatz gestalten – und wie wir sie ganzheitlich in unser Leben integrieren. 

Streben nach Sinn

Arbeit ist künftig mehr als zeitintensiver Broterwerb. Sie richtet sich nach neuen Idealen aus, die neben finanzieller Sicherheit und fairen Gehältern auch soziale Werte umfassen. Immer stärker formulieren Arbeitnehmer:innen ihren Wunsch nach einer sinnvollen Tätigkeit, die Raum zur Selbstentfaltung bietet und die Gesundheit der Mitarbeitenden nicht vernachlässigt. Wertschätzung und Anerkennung sind zentrale Leitmotive dieser Forderungen. 

Dafür muss die traditionelle Gleichsetzung von Arbeit mit klassischer Lohnarbeit aufgelöst werden. Insbesondere freiwilliges Engagement erfüllt oft ein Sinnbedürfnis, das während der Lohnarbeit häufig vermisst wird. Gerade in diesem zivilen Engagement, das über die Erwerbsarbeit hinausreicht, erzeugt Arbeit im weiteren Sinne eine besondere Form des sozialen Kitts und der Resilienz. Gesellschaften leben davon, dass Menschen durch verschiedene freiwillige, ehrenamtliche Tätigkeiten mit ihrem sozialen Umfeld in Resonanz treten und gemeinschaftliche Strukturen aufbauen. 

Die aktuelle Sinnkrise der Arbeitswelt sorgt dafür, dass wir unterschiedlichste Formen von Arbeit künftig gleichwertig anerkennen und fördern

In unserer gegenwärtigen Arbeitswelt werden ehrenamtliche Tätigkeiten durch die vergütete Arbeitszeit noch oft an die Randstunden des Tages verdrängt. Auch die gesellschaftliche Funktion von Care-Arbeit, etwa in Form von Kinderbetreuung, Krankenpflege oder häuslicher Arbeit, bleibt bislang meist unterbewertet und schlecht entlohnt – was nicht zuletzt geschlechtsspezifische Ungleichheiten schürt. Die aktuelle Sinnkrise der Arbeitswelt sorgt dafür, dass wir diese verschiedenen Formen von Arbeit künftig als gleichwertig anerkennen und fördern.

Alles ist Arbeit?

Die Vorteile eines breiter gefassten Arbeitsbegriffs liegen auf der Hand. Durch die Anerkennung von zivilgesellschaftlichem Engagement werden vor allem jene Tätigkeiten unterstützt, die gesellschaftlichen Mehrwert bieten. Sinnvolle Arbeit wirkt sich auf individueller und gesellschaftlicher Ebene positiv aus, indem sie das eigene Selbstbewusstsein und die soziale Eingebundenheit stärkt. Die Pflege von Angehörigen oder die Unterstützung lokaler Vereine könnten durch neue gesellschaftliche Lösungsansätze endlich eine angemessene Wertschätzung erhalten – zum Beispiel, indem ehrenamtliche Tätigkeiten auf die Lebensarbeitszeit angerechnet werden.  

Auch für Unternehmen eröffnen sich in diesem Prozess neue Chancen. Eine Reduzierung der Wochenstundenzahl zugunsten einer ehrenamtlichen Tätigkeit geht nicht unbedingt mit einem Produktionsverlust einher, sondern wirkt sich häufig positiv aus. So entwickeln Beschäftigte, die in unterschiedlichsten Kontexten tätig und aktiv sind, nützliche Kompetenzen zur Problemlösung und gemeinschaftlichen Arbeit. Erst recht, wenn nach der Arbeit genügend Zeit zur Regeneration bleibt. Arbeitgeber:innen stehen künftig vor der Herausforderung, Arbeitskulturen zu schaffen, die Raum für sinnvolle Aufgaben bieten und ein gesundes Arbeitsumfeld fördern. 

Wenn wir Arbeit als Teil eines umfassenden Strebens nach Lebensqualität betrachten, können wir den traditionellen Arbeitsbegriff aus seinem Korsett befreien.

Indem wir Arbeit als Teil eines umfassenden Strebens nach Lebensqualität begreifen und Gesundheit als ganzheitliches Konzept betrachten, bricht der traditionelle Arbeitsbegriff aus seinem gegenwärtigen Korsett aus. Vielfältige Formen der Arbeit und des Engagements fordern und treiben flexible Arbeitsmodelle und faire Entlohnungen gleichermaßen voran. Auf diese Weise ebnen die stillen Proteste der Great Resignation den Weg zur Great Motivation: zu einem neuen Verständnis von Arbeit, das durch den Sinngehalt der insgesamt geleisteten Arbeit angetrieben wird.


Lesen Sie hier mehr zur Conscious Economy

Die konstruktive KI

Zukünfte zwischen Hype und Dystopie

Schon seit einigen Jahren gilt die Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie des digitalen Wandels. Die jüngsten Fortschritte einiger KI-Tools versprechen den Durchbruch in die nächste Entwicklungsstufe der KI-Technologien. Um ihre Gestaltungspotenziale für Wirtschaft und Gesellschaft zukünftig konstruktiv zu nutzen, braucht es schon heute einen reflektierten Umgang mit KI.

von Christian Schuldt

Im Bereich der technologischen Entwicklung haben nur wenige Phänomene die kollektive Vorstellungskraft so sehr in Anspruch genommen wie die KI. Gegenwärtig treibt sie den digitalen Wandel rasant voran und markiert sogar einen neuen Meilenstein in der gesellschaftlichen Evolution – erstmals interagieren Menschen mit Maschinen wie mit ihresgleichen. Der sprunghafte Fortschritt von inhaltsgenerierenden KI-Tools wie ChatGPT, Dall-E oder Midjourney befeuert nicht nur laufende Debatten um den Einsatz von künstlicher Intelligenz, sondern wirft neue Fragen über die künftige Beziehung zwischen Mensch und Maschine auf. 

Doch nicht erst seit ChatGPT begleiten vereinfachende und polarisierende Mensch-Maschine-Erzählungen den KI-Diskurs. Für die einen verspricht die neue technologische Qualität und Komplexität dieser Tools utopische Zukünfte, in denen Maschinen durch scheinbar grenzenlose künstliche Intelligenz zu ultimativen Problemlösern werden. Andere verbinden mit KI dystopische Ängste vor der planetaren Machtergreifung und Auslöschung der Menschheit durch „intelligente“ Roboter und Algorithmen. 

Diese Narrative überschätzen KI im positiven wie im negativen Sinne. Sie verzerren unser Verständnis vom gegenseitigen Verhältnis zwischen Gesellschaft und Technologie, indem sie simple und meist starre Zukunftsbilder malen. KI wird darin zum Buzzword einer vorgeschriebenen Zukunft, zur vermeintlichen Lösung für sämtliche Probleme, zum Erfolgsgarant für jegliches Unternehmen und Produkt. Allzu häufig erfolgt die flächendeckende Implementierung von KI in unseren Alltag aber nicht, weil es wirklich sinnvoll ist, sondern nur, weil es schlicht möglich ist. Wer allerdings in jeder KI-Anwendung die nächste digitale Disruption erwartet, ignoriert die komplexe Dynamik soziotechnischer Fortschritte.  

Die Sinnfrage der KI

Wie alle Technologien steht auch die KI nicht für sich alleine, sondern ist in ein gesellschaftliches Gerüst eingelassen. Der anfängliche Hype um neue KI-Tools kann überzogene Erwartungen schüren, die später allzu oft enttäuscht werden. Muss mein Toaster wirklich smart sein? Braucht es “intelligente”, sprachgesteuerte WCs? Auch viele Unternehmen stellen fest, dass eine unzuverlässige KI Probleme schaffen kann, wo sie diese eigentlich lösen soll. Und: dass die sinnvolle Einbindung von KI in eine Organisation ein anspruchsvoller und komplizierter Prozess ist. 

Parallel entwickelt sich der Faktor Vertrauen immer öfter zu einem zentralen Kriterium in öffentlichen Diskursen über die Künstliche Intelligenz. Der allgemeine Vertrauensverlust in digitale Technologien überträgt sich trotz vieler KI-Utopien nicht zuletzt auch auf Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Immer besser lernen wir zu verstehen, dass und wie Algorithmen heute über Apps und soziale Medien öffentliche Meinungen beeinflussen, populistische Strömungen begünstigen oder in ihnen festgeschriebene Vorurteile, sogenannte digital biases, verbreiten. 

Gerade weil KI eine so mächtige Technologie ist, braucht es kluge und durchdachte Herangehensweisen. Für die Wirtschaft und Gesellschaft von morgen werden konstruktive Gestaltungsansätze im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unabdingbar. Gegenwärtig, in der Zeit rasant beschleunigter KI-Fortschritte, bietet sich die passende Gelegenheit für einen pragmatischen und reflektierten Blick auf die Zukunft dieser Technologie. Das bedeutet nicht nur, die Potenziale und Herausforderungen von KI zu verstehen, sondern erfordert ein gänzlich neues Mindset: eine konstruktive, aufgeschlossene und mutige Perspektive auf die sinnvollen Gestaltungsmöglichkeiten KI-basierter Anwendungen.

Ein neues KI-Narrativ

Grundsätzlich geht es also um einen differenzierten Blick für die zwei Seiten der KI-Entwicklung. Zum einen braucht es ein ganzheitliches Verständnis für die Schlüsselrolle der Künstlichen Intelligenz im digitalen Wandel. Zum anderen benötigen vor allem Unternehmen ein Gespür für konkrete, sinnvolle Einsatzmöglichkeiten und Konsequenzen von KI-Technologien. 

Dieser kritisch-konstruktive Umgang setzt sich von den etablierten KI-Narrativen ab. An die Stelle von Simplifizierungen, unbegründeten Ängsten, oder überzogenen Hypes tritt eine selbstbewusste und zukunftsmutige Haltung, die danach fragt, wie KI in das Bild unserer gegenwärtigen und zukünftigen Gesellschaft passt: Warum oder wozu können und wollen wir Künstliche Intelligenz nutzen? Wie gelingt eine reflektierte Auseinandersetzung mit ihrem Gestaltungspotenzial für Wirtschaft und Gesellschaft? Welche Vorteile bietet ein konstruktiver Ansatz aus europäischer Perspektive?

Gestaltungspotenziale einer konstruktiven KI

Um beantworten zu können, wie die Künstliche Intelligenz unsere zukünftige Gesellschaft mitgestalten kann, müssen wir zuerst die Leitplanken einer lebenswerten Zukunft setzen. Wie wollen wir künftig Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft organisieren? Welche Anforderungen muss eine KI als Zukunftstechnologie erfüllen, um sie produktiv nutzen zu können? 

Gerade in Abgrenzung zu den Strategien der Tech-Giganten aus den USA und China kann ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Technologien an vielen Stellen zu einem echten Wettbewerbsvorteil für den KI-Standort Europa werden. Um im globalen Wettbewerb der KI-Revolution nicht abgehängt zu werden und bestehende Abhängigkeiten zu verschärfen, braucht es eine gemeinsame, europäische Vision davon, welche Funktion KI für unsere Zukunft einnehmen soll. 

Beispielsweise bieten sich im Bereich der Digital Ethics – also dem Datenschutz, der Sicherheit und der Verlässlichkeit von KI – große Entwicklungspotenziale. Humanistische Werte, klare ethische Richtlinien und tatsächliche Transparenz können das Vertrauen in digitale Technologien wieder steigern und verbindliche digitale Normen fördern. Gleichzeitig erfordert die rasante Weiterentwicklung von KI eine konzentrierte Förderung der Digital Literacy. Dabei geht es nicht nur um das Aneignen technologischer Kompetenzen, sondern vielmehr um einen souveränen und verantwortungsvollen Umgang mit Digitalität: die Befähigung, die Analysen und Lösungen von KI zu bewerten und sinnvoll anzuwenden.

Damit einher geht auch eine Neuverortung des Digitalen als Begleiter des Menschen. In einem kooperativen Miteinander von Mensch und Maschine komplementieren sich menschliche und maschinelle Intelligenz vielmehr, um konkrete Probleme zu lösen. Richtig angewandt, schaffen AI Companions neue Formen produktiver und kreativer Mensch-Maschine-Beziehungen, die weit über das Erledigen von lästigen Alltagsaufgaben hinausgehen.  

Immer wichtiger wird künftig auch die Rolle von KI in den Bereichen Ressourcenknappheit, Energieverbrauch und Emissionen. Durch intelligente Algorithmen kann KI den Einsatz von Ressourcen effizienter gestalten, die Energienutzung optimieren oder nachhaltige Lösungsansätze entwickeln – Stichwort Resilient Supply. Ein fortschrittlicher und reflektierter Ansatz nimmt jedoch auch den steigenden Energieverbrauch und Emissionsausstoß von KI-Anwendungen selbst in den Blick.

Eine humane Zukunft mit KI

Der Fortschritt der Künstlichen Intelligenz wird die digitale Vernetzung der Welt weiter vorantreiben – und KI in der nächsten Gesellschaft allgegenwärtig machen. Umso wichtiger ist es deshalb, schon heute die Rahmenbedingungen für diese künftige KI-Welt zu definieren. Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit dieser Technologie kann auch einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen erzeugen. 

Losgelöst von dystopischen Ängsten und hysterischen Hypes eröffnet KI damit zugleich die Chance für eine neue Ära der Rehumanisierung: Sie ermöglicht die Gestaltung einer humaneren Gesellschaft, in der smarte Technologien dabei helfen, das Leben gesünder und nachhaltiger zu organisieren – und in der genuin menschliche Kompetenzen wieder an Relevanz gewinnen.

Damit wird Künstliche Intelligenz zu einem Kernelement der großen Transformation hin zu einer Human Digitality, die digitale Technologien in ein menschliches Verhältnis setzt. Um diese konstruktiven KI-Potenziale zu erschließen, braucht es schon heute Mut, Optimismus und eine klare humanistische Perspektive.


Lesen Sie hier mehr zur Human Digitality

Das Co-Prinzip

Die Kunst des Zusammenlebens in einer komplexen Welt

Als Antwort auf zunehmende Komplexität durch rapide technologische Fortschritte und die weltweite Vernetzung entwickelt sich eine tief verwurzelte Sehnsucht nach Gemeinschaft. Das Co-Prinzip wird dabei zu einem zentralen Organisationsprinzip der vernetzten Gesellschaft, indem es menschliche Potenziale stärkt.

von Christian Schuldt

Wie ein roter Faden durchziehen soziale Techniken des Kollaborierens und Kooperierens die Geschichte der Menschheit. Ob in frühen archaischen Stammesgesellschaften, strategischen Interessengemeinschaften oder zeitgenössischen Subkulturen: Menschliches Zusammenleben ist grundlegend geprägt durch kollaborative Strukturen, die sich an unterschiedlichsten Stellen und Orten einer Gesellschaft manifestieren. 

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich insbesondere in den Wohlstandsgesellschaften der Erde individualistische Prinzipien ausgebreitet und tief im Selbstverständnis der Menschen verankert. Das wachsende Streben nach Autonomie, Selbstbestimmung und differenzierten Lebenswelten macht Gesellschaften vielfältiger und bunter. Gleichzeitig vernetzen neue Technologien eine immer größere Zahl von Menschen miteinander – online wie offline, privat wie professionell. Doch das Zusammenspiel von Individualisierung und Digitalisierung führt auch in eine Paradoxie: Trotz – und auch wegen – der steigenden Autonomie und Vernetzung steigt zugleich das Gefühl der Einsamkeit und Überforderung.

 Als direkte Antwort darauf entstehen heute überall neue Gemeinschaftsformen – Co-Cultures. Auf der Suche nach Empathie und sozialer Resonanz finden sich mehr und mehr Menschen in fluiden Communitys zusammen, um sich dem wachsenden Komplexitätsdruck der Welt zu stellen. In diesen hybriden Kollektivkonstrukten drückt sich eine tiefe Sehnsucht nach Beziehungen, Zusammenhalt und gemeinschaftlichen Identitäten aus. Die Kooperation als menschliche Grundkompetenz wird wieder zu einem maßgeblichen Organisationsprinzip von Gesellschaften: dem Co-Prinzip.

Co-Phänomene

Das Co-Prinzip beschreibt zukunftsfähige Kooperationsformen zwischen Menschen, die Freiheit und Komplexität mit Bindung und Empathie vereinen. Solche Phänomene lassen sich mittlerweile in vielen gesellschaftlichen Bereichen beobachten. Menschen tauschen und teilen Kleidung, Werkzeug, Lebensmittel, Autos und vieles mehr. Dahinter steckt auch ein neues Verständnis von Eigentum, das immer häufiger als Mittel zum Zweck betrachtet wird. 

Ein Resultat dieses wiederbelebten Leitmotivs ist die Co-Mobility. Für Fahrräder, Autos, E-Scooter und viele weitere Verkehrsmittel entstehen Sharing-Angebote, um eine unkomplizierte, effiziente und kostengünstige Fortbewegung zu ermöglichen. Die gemeinschaftliche Nutzung von ganzheitlichen und vernetzten Mobilitätslösungen reduziert in urbanen Gebieten die Verkehrsbelastung und kann in ländlichen Umgebungen Mobilitätslücken schließen. Auf diese Weise bringen Lösungsansätze der Co-Mobility individuelle Bedürfnisse verschiedener Menschen zusammen – und erhöhen die Lebensqualität. 

In der Arbeitswelt verbreiten sich kooperative Arbeitsmodelle unter dem Begriff Co-Working. Dabei geht es um mehr als nur räumliche Koexistenz in stylischen Gemeinschaftsbüros. Co-Working Spaces bieten gerade in Zeiten von Hybrid Work oftmals mehr Flexibilität als traditionelle Büros und verbinden unterschiedlichste Menschen und Interessen miteinander. Die Mischung aus einzelnen Rückzugsräumen und kollektiven Begegnungsorten macht sie zu Schmelztiegeln der Produktivität, des Wissensaustausches und der Kreativität.

Auch im Lebensalltag drückt sich der Wunsch nach Gemeinschaft immer stärker aus. Angesichts zunehmender Isolation durch das Aufbrechen alter Sozialstrukturen wie der traditionellen (Groß-)Familie, definieren Menschen den Begriff des Zuhauses neu. Sie finden sich in vielfältigen Gemeinschaften zusammen und teilen ihren Alltag. Das Prinzip der Wohngemeinschaft erlebt durch das Co-Living eine Renaissance, die weit über das klassische Modell hinausgeht und neue Verbindungen schafft: Senior:innen und Studierende unterstützen sich im Alltag. Und im Co-Parenting ergänzen sich Alleinerziehende oder Paare in der Erziehung ihrer Kinder. 

Eine weitere Ausprägung des Co-Prinzips beschreibt die Co-Creation, die Transformation von Konsumierenden zu Produzierenden. Während konventionelle Massenware an Attraktivität verliert, erleben selbständig und in Zusammenarbeit geschaffene oder reparierte Produkte einen Boom. Der Anspruch nach sinnvollen und umweltverträglichen Produkten zeigt sich in Gemeinschaftsgärten oder offenen Werkstätten – und verdeutlicht den Wunsch nach sozialen Umfeldern kooperativen Denkens.

Zukunft geht nur gemeinsam

Die wohl größte Herausforderung des Co-Prinzips liegt darin, Co-Kompetenzen zu entwickeln und neue Denkweisen zu etablieren: weg vom Primat individueller Bedürfnisse, hin zur stärkeren Gewichtung kollektiver Herausforderungen und Lösungen. Im Kern geht es also darum, nicht mehr nur eigene Vorteile optimieren zu wollen, sondern jene Formen von gemeinschaftlicher Co-Kultur herzustellen, die echte Selbstverwirklichung überhaupt erst ermöglichen. 

Die Wiederbelebung der Kunst des Zusammenlebens, des Prinzips der Kooperation, ist angesichts von fortschreitenden Technologien und sozialen Verwerfungen nicht nur eine Notwendigkeit: Sie eröffnet auch eine Vielzahl von Möglichkeiten für die nächste Gesellschaft. In der Transformation zur Co-Society erschließt das Co-Prinzip neue Horizonte für kreative Zusammenarbeit und fördert die Entwicklung nachhaltiger und gemeinschaftlicher Lösungen. Denn für die Bewältigung kommender Herausforderungen gilt das gleiche wie für die Gestaltung besserer Zukünfte: Es geht nur gemeinsam.


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